orlando >

Die Elemente Gender, Herkunft, Geschlechterrolle werden raffiniert ineinander verwoben, textlich, aber auch durch Ausstattung und Musik. (…) Dazu spielt das Dortmunder Duo aniYo kore live (…) und liefert mit Gitarre und Synthesizer einen fast durchgängig untermalenden Sound. (…) Es ist eine interessante, raffinierte Vermischung (…). Das Arrangement wird aufgelockert durch satirische Szenen, etwa über die Frau des 19. Jahrhunderts, der man gesellschaftlich nur die Rolle der Tee-Serviererin zutraut, das spielen die Schauspieler in mehreren Versionen, eine richtige schauspielerische Glanznummer. Überhaupt sind die drei Darsteller in hervorragender Verfassung (…). Die Regisseurin hat sich sehr viel einfallen lassen, auch die Texte klug ausgewählt und zusammenmontiert. Man merkt, dass sie nicht nur einen Roman bearbeiten, sondern auch an heutiges Geschehen anknüpfen will. (…) ein hoffnungsvolles Talent.
WDR mosaik

Wie alles an diesem Abend sind auch Bühne (Maria Eberhardt) und die Kostüme von Natalia Nordheimer voller anspielungsreicher und intelligenter Bezüge. Es ist eine kluge Dichte, die aber niemals gestelzt daherkommt. Orlando ist immer eine wunderbar leichte und unterhaltsame Produktion. (…) Junghanns verschneidet sehr geschickt den gesamten Abend über Woolf / Sackville-Wests und Orlandos Biographie (…). Im Prozess, in dem die aus Konstantinopel zurückgekehrte Orlando ihren Besitz wieder einklagt, wird von Freye, Tiefenbacher und Keil in einem Parforce-Ritt mal eben die gesamte aktuelle Debatte um Gender, biologisches, soziales und empfundenes Geschlecht abgearbeitet. So rasant, witzig und grundlegend, dass danach tatsächlich jede schlichte Zweipoligkeit dahin zu sein scheint. Und dann folgt gleich eine unglaubliche Szene beim Tee. (…) Freye brüstet sich mit Jagdabenteuern und Marlena Keil versucht sich als Neu-Frau-Orlando in der Erfüllung weiblicher Klischees und Erotik. Das ist schlicht brilliant – und einfach wahnsinnig komisch. Zuletzt (…) hat Friederike Tiefenbacher noch einmal als Virginia Woolf einen großen Theatermoment. So glaubwürdig, echt, anrührend ist hier ihr Stolz und ihre Unsicherheit, ihre Liebe und Verunsicherung, dass es einem fast das Herz zerreißt. (…) Laura N. Junghanns hat mit ihrem herausragenden Team ein gar nicht so kleines Meisterwerk hingelegt.
ruhrbarone

„Die Lust der drei Darsteller an ihrem vielschichtigen Spiel überträgt sich auf den Betrachter. (…) Und auch AniYo Kore liefern mehr als einen sphärischen, trip-hop-inspirierten, hörenswerten Live-Soundtrack. (…) sie betten das überraschende Finale in eine dramatische Rockballade. Da laufen als Einspielung Nachrichtenschnipsel vom Anschlag auf die Szenedisco ‚Pulse‘ 2016 in Orlando, Florida. (…) Manchmal hat es mörderische Folgen, wenn Menschen mit den Freiheiten nicht zurechtkommen, die sich Virginia Woolf modellhaft für ihre Figur ausdachte. In dem Bühnenraum von Maria Eberhardt zeichnen Lichterketten einen Baum in den Regenbogenfarben, ein trotziges Zeichen. Ein Abend, der großes Vergnügen bereitet.“
Westfälischer Anzeiger

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Living happily ever after >

Mit minimalem Requisiten- und maximalem Körpereinsatz, eindrucksvollen Ideen und durchweg begeisterndem Handwerk zeigen Hochkeppel und Hofmann, warum niemand anders als sie an diesem Abend auf der West-off-Bühne stehen. Sie zeigen, dass es auch jenseits technologischer Entwicklungen noch Neuerungen im theatralischen und damit auch im menschlichen Bereich gibt. Es braucht nur genug Fantasie, darauf zu kommen.
opernnetz.de

Gezeichnet wird das Bild einer bindungswilligen Gerneration: Man genießt die Vorzüge der Zweisamkeit, bleibt jedoch frei von Verpflichtungen und Verbindlichkeiten.
Die rundum gelungene Performance ist eine körperliche und gleichzeitig poetische Auseinenadersetzung mit dem Thema.
Kölnische Rundschau

„Die Leistung der Performer*innen auf der Bühne genauso wie die konsequente Dramaturgie der Performance ist beeindruckend und letztlich auch mit der besonderen Arbeitsweise als Kollektiv in Zusammenhang zu bringen.“, Auszug aus der Jury-Begründung durch Dr. Alexandra Portmann.
KimchiBrot Connection überzeugte mit ihrer Produktion „living happily ever after“ sowohl die Jury als auch das Publikum, das mit abstimmen durfte. Der Fachjury gehörten Schauspielerin Sabine Orléans vom Schauspiel Köln, Theaterwissenschaftlerin Dr. Alexandra Portmann, der ehemalige Bauturm-Leiter und Künstlerische Leiter des africologneFESTIVAL Gerhardt Haag sowie Rundschau-Redakteur Axel Hill an. Die Publikumsstimme – Festivalgäste, die alle drei Stücke gesehen haben – floss als fünfte Stimme mit in die Auswertung ein.
Kunstsalon Theaterpreis

Helden >

In der Inszenierung der Folkwang-Regieabsolventin Laura N. Junghanns am Bochumer Prinz Regent Theater schlüpfen die Helden-Darsteller auch in die Rollen der Eltern: Luca Zahn in die des Vaters mit im wahren Wortsinn affigen Imponiergehabe, Corinna Pohlmann in die der hysterischen, stets zurücksteckenden Mutter. Eine kluge Reduktion der 24-Jährigen: Ihre Inszenierung, die das Pferd von hinten aufzäumt, indem sie mit dem Anschlag auf das Thermenhotel beginnt, ist weit spannender als das Stück, dem ich eingestandernermaßen wenig abgewinnen kann […] Laura N. Junghanns‘ Mut, die innere Leere der beiden jungen Protagonisten nicht mit äußerem Aktionismus verkleistert zu haben, ist nicht hoch genug zu loben.
Sonntagsnachrichten Herne

Ein hervorragend gespielter Abend über explosive Befindlichkeiten.
WDR

Die überrumpelnde Bühnenkraft des „Helden“-Textes geht dank der straffen Regie nie verloren.
Der Westen

Laura N. Junghanns hat sie [die Rollen] mit ihrer Bühnen- und Kostümbildnerin Marina Sell Cajueiro in eine Welt zwischen Gestern und Morgen gesteckt. Sie erinnert genauso an retrofuturistische Vorstellungen aus den 1960er-Jahren wie an den in Watte gepackten Weltentwurf aus Leif Randts Roman „Schimmernder Dunst über Coby County“. Was soll man ein Held sein, wenn alle Mauern, die man einrennen möchte, gepolstert sind? Genau, man sprengt ein Wellness-Hotel in die Luft.
Ruhrnachrichten

Grauland >

Neben der tollen Musikauswahl und den immer wieder passend zur Situation wechselnden Lichtverhältnissen, hat es Laura N. Junghanns  geschafft mit den jungen Schauspielern ein tolles und packendes Stück zu inszenieren. Es thematisiert viele wichtige Aspekte, die uns in der heutigen Zeit immer wieder beschäftigen und lässt dem Zuschauer Raum für eigene Interpretationsmöglichkeiten. „Du bist anders, ich liebe dich“, damit endet das Stück und man wünscht sich diesen Satz noch viel öfter in unserer heutigen Gesellschaft zu hören.
Thalia Theaterblog

EIN TRAUMSPIEL >

„Traumspiel“ ist ein Alptraum, den die junge Regisseurin grotesk in Szene setzt. Immer wieder findet sie wunderliche Bilder für die einzelnen Stationen, die Agnes auf der Erde durchläuft. Junghanns’ Inszenierung ist eine starke, körperbetonte Ensembleleistung, die sie stringent durchchoreographiert, ohne die Arbeit am Text zu vernachlässigen.
WAZ

Laura N. Junghans’ Inszenierung lässt eine fast clowneske bis absurde Spaßguerilla auf der Bühne wüten, um ironisch und krachend damit zu spielen, was mit so existentiellem Aufwand kaschiert wird: Das Unglück in der menschlichen Existenz.
BSZ